MRT-Sequenz

Standard

1 Definition

Unter einer MRT-Sequenz versteht man eine elektromagnetische Pulssequenz die durch ein MRT-Gerät (Kernspintomograph) erzeugt wird, um Schnittbilder zu generieren.

Eine solche elektromagnetische Pulssequenz ist ein vorausgewähltes Programm-Set von bestimmten Radiofrequenz- und Gradient-Pulsen, die während eines Scans vielfach wiederholt werden. Im kurzen Zeitintervall zwischen den Pulsen werden Signale empfangen und automatisch über einen Computer ausgewertet (je nach Amplitude und die Form der Gradientenwellen unterschiedlichen Signals), und Bilder berechnet.

2 Technische Grundlagen

Eine Pulssequenz wird beschrieben durch Repetitionszeit (engl. repetition time, TR), Echozeit(engl. echo time, TE), ggf. Inversionszeit (eng. inversion time, TI – bei inversion recovery), die alle im Millisekundenbereich gelegen sind. Bei der Gradient-Echo-Sequenz ist zudem derAnregungswinkel (alpha, engl. flip angle) ein weiterer Parameter. die Stärke des Gradienten

Beispiel: 2500-30-900 bedeutet TR von 2500 msek, TE von 30 msek und eine TI von 900 msek.

Alle diese Parameter sind variierbar. Demnach gibt es eine Vielzahl an verschiedenen MRT-Sequenzen. Alle Sequenzen liefern verschiedene Bilder mit unterschiedlichen Informationen. Je nach klinischer Fragestellung muss vom Radiologen die richtige MRT-Sequenz bzw. mehrere sinnvolle Sequenzen gewählt werden.

3 Beispiele

Es gibt eine Reihe an gängigen Standard-Sequenzen, die vornehmlich zum Einsatz kommen. Viele andere Sequenzen werden nur äußerst selten verwendet.

Zu den gängigsten MRT-Sequenzen gehören:

  • SE (Spin-Echo): 90°-180°-Pulsfolge
  • SE fs (Spin-Echo fat saturation, Synonyme: FAT SAT, FRF-SE, SPIR, CHESS, SPECIAL): SE mit Fettsättigung
  • FLAIR (Fluied Attenuated Inversion Recovery): “Wassersättigung”
  • GRE (Gradient-Echo)
  • TSE (Turbo Spin-Echo, Synonyme: FSE, RARE): SE mit mehreren 180°-Pulsen, pro Echo eine Rohdatenzeile

Für die Schlaganfall-Diagnostik:

  • DWI (Diffusion weighted imaging)
  • PWI (Perfusion weighted imaging)

weitere Beispiele sind:

  • TIRM (Turbo-Inversion Recovery-Magnitude): TSE mit vorgeschaltetem 180°-Puls, Darstellung des Absolutsignals
  • STIR (Short-Tau Inversion Recovery): Fett-Signal-Unterdrückung
  • DTI (Diffusion tensor imaging)
  • uvm.

4 Abkürzungen verschiendener MR-Sequenzen

 

Abkürzung Erklärung Synonym
CE-FAST: Contrast Enhanced Fast Acquisition in the Steady State GE mit SE-Anteil durch Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung PSIF, CE-GRASS
CISS: Constructive Interference in Steady State Zwei GE-Sequenzen, deren Einzelsignale konstruktiv addiert werden
CORE: Clinically Optimized Regional Exams
CSFSE: Contiguous Slice Fast-acquisition Spin Echo
CSI: Chemical Shift Imaging
DANTE: Delays Alternating with Nutations for tailored excitation Serie von Pulsen
DE-FLASH: Doppelecho – Fast Low Angle Shot
DEFAISE: Dual Echo Fast Acquisition Interleaved Spin Echo
DEFGR: Driven Equilibrium Fast Grass
DESS: Double Echo Steady State Doppel-GE-Sequenz, bei der die Signale zu einem addiert werden
EPI: Echo Planar Imaging Multiple GE nach einer Anregung; oft alle Rohdaten in einem Pulszug
EPSI: Echo Planar Spectroscopic Imaging
FADE: Fast Acquisition Double Echo
FAISE: Fast Acquisition Interleaved Spin Echo
FAST: Fast Acquired Steady state Technique GE mit Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung FISP
FEER: Field Echo with Even echo Rephasing
FFE: Fast Field Echo GE mit Kleinwinkelanregung FISP
FISP: Fast Imaging with Steady state Precession GE mit Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung
FLAIR: Fluid Attenuated Inversion Recovery SE mit vorgeschaltetem 180°-Puls, lange Inversionszeit zur Unterdrückung des Flüssigkeitssignals
FLAME: Fast Low Angle Multi-Echo
FLARE: Fast Low Angle with Relaxation Enhancement
FLASHFast Low Angle Shot GE mit Kleinwinkelanregung, üblicherweise mit HF-Spoiling T1-FFE, Spoiled GRASS, SPGR
GRASS: Gradient Refocused Acquisition in the Steady State GE mit Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung FISP, FAST
GRE: Gradienten-Echo GE
HASTE: Half fourier-Acquired Single shot Turbo spin Echo Turbo-SE mit Half-Fourier-Akquisition, alle Rohdaten in einem Pulszug
IR: Inversion Recovery SE o.a. mit vorgeschaltetem 180°-Puls
IRABS: Inversion Recovery Fast Grass
LOTA: Long Term Averaging
MAST: Motion Artifact Suppression Technique
MPGR: slice-MultiPlexed Gradient Refocused acquisition with steady state
MP-RAGE: Magnetization Prepared Rapid Gradient Echo 3D-Variante von Turbo-FLASH
MSE: Modified Spin Echo
PCMHP: Phasenkontrast-Multi-Herzphasen
PSIF: Precision Study with Imaging Fast (umgedrehtes FISP) GE mit SE-Anteil durch Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung CE-FAST, CE-GRASS
RARE: Rapide Acquisition with Relaxation Enhancement SE mit mehreren 180°-Pulsen, pro Echo eine Rohdatenzeile TSE, FSE
RASE: Rapid Acquisition Spin Echo
RASEE: Rapid Acquisition Spin Echo Enhanced
SESpin-Echo 90°–180°-Pulsfolge
SENSE: Sensitivity-Encoded
SMASH: Simultaneous Acquisition of Spatial Harmonics
SPGR: Spoiled Gradient Recalled Acquisition in the Steady State Gradienten-Echo mit Spoilern FLASH
STE: Stimulated Echo
STEAM: Stimulated Echo Acquisition Mode Pulsfolge mit drei 90°-Pulsen
SPIR: Spectral Presaturation with Inversion Recovery Fett-Unterdrückung
SR: Saturation Recovery Sequence SE o.a. mit vorgeschaltetem 90°-Puls
SSFP: Steady State Free Precession
STIR: Short-Tau Inversion Recovery
TFL: Turbo Flash
TGSE: Turbo Gradient Spin Echo Turbo-SE-Sequenz, bei der die SE von GE umgeben sind GRASE
TIRM: Turbo-Inversion Recovery-Magnitude Turbo-SE mit vorgeschaltetem 180°-Puls, Darstellung des Absolutsignals
TRUE-FISP: True Fast Imaging With Steady Precession GE mit Ausnutzung der Gleichgewichtsmagnetisierung, alle Gradienten sym. SSFP
TRUFI: True Fast Imaging With Steady Precession
Turbo-FLASH: Turbo Fast Low Angle Shot FLASH mit vorgeschaltetem 180°-Puls (IR) oder 90°-Puls (SR)
TSE: Turbo-Spin-Echo SE mit mehreren 180°-Pulsen, pro Echo eine Rohdatenzeile FSE, RARE
UTSE: Ultra-fast Turbo Spin-Echo
VIBE: Volume Interpolated Breathhold Examination
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